Variable Hypothek
Flexible Finanzierung ohne feste Laufzeit
Die variable Hypothek ist die klassische Form der Hypothek mit flexiblem Zinssatz. Sie war lange Zeit das Standardmodell in der Schweiz, wird heute jedoch zunehmend von SARON- und Festhypotheken verdrängt.
Trotzdem kann sie in bestimmten Situationen sinnvoll sein – vorausgesetzt, man kennt die Vor- und Nachteile.

Definition
Variable Hypothek
Eine variable Hypothek hat
- keine feste Laufzeit
- keine langfristige Zinsbindung
- flexible Kündigungsmöglichkeiten
Der Zinssatz wird vom Kreditgeber festgelegt und kann jederzeit angepasst werden. Variable Hypotheken bieten typischerweise Kündigungsfristen von 3 bis 6 Monaten und damit eine hohe Flexibilität bei Vertragsänderungen.
Funktionsweise
Wie funktioniert die variable Hypothek?
Im Gegensatz zu SARON-Hypotheken basiert die variable Hypothek nicht auf einem transparenten Referenzzins. Bei variablen Hypotheken hingegen legt die Bank den Zinssatz individuell fest, Anpassungen erfolgen unregelmässig, und die Entscheidungen sind oft nicht vollständig nachvollziehbar – der Kreditgeber kann den Zinssatz letztlich frei bestimmen.
Wichtig
Zinsänderungen werden in der Praxis oft verzögert weitergegeben – insbesondere bei sinkenden Zinsen. Das hat zur Folge, dass die Zinsen in der Praxis oft deutlich mehr als 1 Prozentpunkt teurer sind als bei SARON-Hypotheken.
Vor- und Nachteile
im Vergleich zu anderen Modellen
Vorteile
Nachteile
Zinsentwicklung
Marktmechanismen bei variablen Hypotheken
Ein wichtiger Punkt: Die Zinsen orientieren sich zwar am Markt, werden aber nicht automatisch angepasst.
Das bedeutet
- steigende Zinsen → werden oft schnell weitergegeben
- sinkende Zinsen → werden oft verzögert oder gar nicht weitergegeben
Diese asymmetrische Anpassung ist ein zentraler Kundennachteil.
Visualisierung
Zinsen können sich jederzeit ändern
Häufige Fragen
Antworten zur Variablen-Hypothek
Die Zinsen sind in der Regel deutlich höher als bei SARON- oder Festhypotheken. Deshalb gilt die variable Hypothek oft als teurere Finanzierungslösung. Der Zinsaufschlag zur SARON-Hypothek liegt meist bei 1 bis 1.5 Prozentpunkte.
Die Zinsen werden nicht automatisch angepasst, sondern vom Anbieter festgelegt. Anpassungen erfolgen unregelmässig und sind oft nicht transparent. Bei steigenden Zinsen werden die Zinsen meist schneller angepasst als bei fallenden Zinsen.
Die SARON-Hypothek ist von den Eigenschaften her sehr ähnlich. Es gibt Anbieter, die SARON-Hypotheken mit sehr kurzfristigen Laufzeiten und Kündigungsfristen anbieten. Das ist in vielen Fällen vorteilhafter als teurere variable Hypotheken. Auch kurzfristige Festhypotheken sind je nach Ausgangslage eine gute Alternative.
Ja, in der Regel mit einer Kündigungsfrist von 3 bis 6 Monaten. Das macht sie besonders flexibel.
Die variable Hypothek ist heute ein Nischenprodukt, kann aber sinnvoll sein.
Typische Einsatzbereiche
- kurzfristige Überbrückung (z.B. bis Verkauf der Immobilie)
- sehr kleine Hypothekarbeträge
- maximale Flexibilität erforderlich
- unsichere Planungssituation
Fazit
In den meisten anderen Fällen gibt es bessere Alternativen.
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